Videos von Handy und Kamera speichern Standort, Modell und Aufnahmezeit in eigenen Metadatenblöcken; Actioncams und Drohnen legen zusätzlich ganze Spuren mit GPS- und Sensorwerten an. Dieses Werkzeug behält die Bild- und Tonspuren, überschreibt die übrigen Spuren und die Metadatenblöcke mit Nullen und setzt die Erstellungszeiten zurück, ohne neu zu kodieren. Die Ausgabe ist genauso groß wie das Original; getestet wurden Dateien mit 2 GB und 4,5 GB.
Was eine Videodatei außer dem Bild speichert
Eine MP4- oder MOV-Datei ist aus ineinander verschachtelten Boxen aufgebaut. Einige enthalten das komprimierte Bild und den Ton. Andere beschreiben die Aufnahme, und genau dort stehen die persönlichen Angaben:
- Standort. Das iPhone schreibt eine Koordinate im Format ISO 6709 in die QuickTime-Metadaten. Android-Handys legen meist eine ähnliche Angabe im User-Data-Block ab. Beides reicht, um die Aufnahme auf einer Karte zu verorten.
- Gerät und Software. Hersteller, Modell und Softwarestand, manchmal bis zur genauen Firmware-Version.
- Zeitangaben. Ein Erstellungsdatum in den Metadaten, dazu Erstellungs- und Änderungszeiten in den Kopfdaten von Film, Spuren und Medien.
- Datenspuren. Actioncams und Drohnen zeichnen neben dem Video eigene Spuren auf: GPS-Positionen mehrmals pro Sekunde, Beschleunigungs- und Drehratensensoren, Timecode. Daraus lässt sich eine ganze Strecke nachzeichnen.
- Herstellerboxen. Boxen vom Typ uuid können XMP, Bearbeitungsverläufe oder Content Credentials tragen.
- Spurnamen. Eine Videospur, die nach der Kameramarke benannt ist, verrät, womit gefilmt wurde.
Ein paar Beispiele, wie das im Alltag aussieht: Das Video vom Kindergeburtstag landet in der Elterngruppe und nennt die Adresse, an der gefeiert wurde. Der Clip von der Feierabendrunde mit dem Mountainbike enthält den GPS-Verlauf ab der eigenen Haustür. Der Rundgang durch die Wohnung für die Nachmietersuche nennt Handymodell und Uhrzeit, und je nach App auch den Standort auf wenige Meter genau.
So bereinigen Sie ein Video
- Lassen Sie Untertitelspuren behalten ohne Häkchen, es sei denn, das Video enthält Untertitel, die Sie brauchen.
- Öffnen Sie über Dateien auswählen eine oder mehrere MP4-, MOV- oder M4V-Dateien, oder legen Sie sie im Feld ab.
- Lesen Sie In dieser Datei gefunden: Aufzeichnung, Standort, Gerät, Software, Seriennummern und die Liste der Spuren.
- Beachten Sie die Hinweise unter dem Ergebnis, etwa zum Timecode, und prüfen Sie, was unter Noch in der Datei steht.
- Speichern Sie das bereinigte Video mit Herunterladen. Der Dateiname endet vor der Endung auf „-clean“.
Was entfernt wird und was bleibt
| Wird entfernt | Bleibt im Video |
|---|---|
| Jede Spur, die weder Bild noch Ton ist: GPS- und Sensorspuren, Timecode, Datenspuren der Kamera | Videospur und Tonspuren |
| User-Data-Boxen (udta) und Metadaten-Boxen (meta), darunter Apples Standort, Modell, Software und Erstellungsdatum | Die Codec-Angaben, die Player brauchen |
| uuid-Boxen mit XMP und anderen Herstellerdaten | Die komprimierten Einzelbilder und Tonabschnitte, unverändert |
| Content Credentials | Dateilänge und alle internen Verweise |
| Erstellungs- und Änderungszeiten in den Kopfdaten von Film, Spuren und Medien | Laufzeit, Bildrate und Auflösung |
| Spurnamen wie „GoPro AVC“ | Bei 360°-Videos die Box, nach der Player das Bild zur Kugel formen (Googles Metadaten für sphärische Videos); das Ergebnis führt sie auf |
| Untertitelspuren, solange Sie Untertitelspuren behalten nicht anhaken |
Womit Sie rechnen sollten
Der Timecode beginnt bei null. Mit der Timecode-Spur fällt die Startzeit weg; Schnittprogramme setzen den Clip auf 00:00:00:00. Wer mehrere Kameras über den Timecode synchronisiert, bereinigt besser erst den fertigen Export, nicht die Rohdateien.
Die Aufnahmezeit ist leer. Programme, die Videos nach der Zeit in der Datei sortieren, finden keine mehr. Das Dateidatum auf Ihrer Festplatte bleibt davon unberührt.
Live Photos verlieren ihr Gegenstück. Der Videoteil eines iPhone-Live-Photos trägt eine Kennung, die zum Standbild passt. Nach dem Bereinigen gehören beide nicht mehr zusammen, das Video steht für sich.
Untertitelspuren fallen standardmäßig weg. Manche Drohnen schreiben Koordinaten in eine eingebettete Untertitelspur. Deshalb entfernt das Werkzeug alle Untertitelspuren, solange Sie nichts anderes wählen. Behalten Sie sie, erinnert ein Hinweis daran, sie auf Koordinaten zu prüfen.
Unterstützte Dateien und Grenzen
- MP4, MOV und M4V von Handys, Kameras und aus Schnittprogrammen.
- Fragmentiertes MP4, das streamingfreundliche Format, das manche Kameras und Apps verwenden.
- Dateien über 4 GB mit 64-Bit-Verweisen.
- Vorschaudateien: GoPro-.LRV und DJI-.LRF werden wie jedes andere Video behandelt.
- DJI-.SRT-Dateien mit Flugdaten: Koordinaten, Startpunkt und Höhenangaben werden entfernt, Zeitachse und Kameraeinstellungen bleiben. Mehr dazu auf der Seite Remove GPS from DJI video (englisch).
Nicht unterstützt: MKV, WebM, AVI und AVCHD (MTS) sowie Insta360-Dateien (.insv), bei denen GPS und Seriennummer in einem Block am Dateiende stehen, den das Werkzeug noch nicht bearbeitet. Exportieren Sie bei .insv zuerst mit der Insta360-App ein MP4 und bereinigen Sie dann dieses. Zu den Telemetriedaten von Actioncams gibt es eine eigene Seite: Remove GPS from GoPro video (englisch).
Was dieses Werkzeug nicht kann
- Ändern, was das Video zeigt oder sagt. Bilder und Ton werden nie dekodiert. Ein Gesicht, eine Stimme, ein Straßenname oder die Geschwindigkeits- und Positionsangaben, die eine Kamera oder App ins Bild gezeichnet hat, stecken alle weiterhin in der bereinigten Datei.
- Die übrigen Codec-Angaben bearbeiten. Ein Player braucht sie. Bei H.264-, H.265- und ProRes-Video wird das Feld mit dem Encoder-Namen in der Beschreibung jeder Videospur geleert, ein GoPro-Clip nennt dort also nicht mehr „GoPro AVC encoder“; bei anderen Formaten bleibt das Feld stehen und wird aufgeführt, weil manche Decoder es lesen; steht im Feld nur das Kodierformat („H.264“, „AVC Coding“, „HEVC“ oder „HEVC Coding“), wie in jeder Datei dieses Formats, bleibt es stehen und wird nicht aufgeführt. In der Datei bleiben die vierstelligen Herstellerkennungen wie „FFMP“, Text in anderen Codec-Boxen und die Kennzeile, die manche Encoder ganz an den Anfang der Bild- oder Tondaten schreiben (x264 legt Version und Einstellungen im ersten Bild ab). Das Ergebnis führt jeden davon unter Noch in der Datei auf, in Anführungszeichen und so, wie er dort steht. Angezeigt werden die ersten fünf und die Zahl der übrigen; gesammelt werden höchstens 32 je Datei, und ein langer Name wird nach 100 Zeichen abgeschnitten.
Zeigt das Ergebnis unter Noch in der Datei nichts an, bedeutet das: Das Werkzeug hat keines der Dinge gefunden, die es prüft. Es bedeutet nicht, dass die Datei keine Hinweise mehr enthält. Die Grenzen aller Werkzeuge stehen gesammelt auf der Methodik-Seite.
Ihr Video bleibt auf Ihrem Gerät
Der Tab liest das Video stückweise von Ihrem Datenträger und lädt es nirgendwohin hoch. Große Dateien landen nie als Ganzes im Arbeitsspeicher. Die bereinigte Fassung setzt sich aus unveränderten Abschnitten Ihres Originals und wenigen kleinen Ersatzblöcken zusammen und wird Ihnen dann zum Speichern angeboten. Schließen Sie den Tab, ist sie aus dem Speicher verschwunden.
Bereinigen an Ort und Stelle
Statt die Datei neu zusammenzubauen, bearbeitet das Werkzeug sie dort, wo die Daten liegen. Es liest die Kopfbox des Films und die Kopfdaten der Fragmente, stellt fest, welche Spuren Bild oder Ton sind, und lässt diese in Ruhe. Für jede andere Spur sucht es über die Tabellen der Abschnitte heraus, wo ihre Daten in der Datei stehen, und überschreibt sie mit Nullen. Zu entfernende Boxen bekommen den Namen „free“, die übliche Bezeichnung für Füllbereiche, die Player überspringen; ihr Inhalt wird ebenfalls genullt. Da die Datei ihre Länge behält und Bild- und Tondaten an ihrem Platz bleiben, stimmt jeder Verweis in der Datei weiterhin, und das Ergebnis spielt ab wie das Original. Ein Decoder kommt nicht zum Einsatz. Deshalb sind Bilder und Ton identisch, und selbst eine Datei mit mehreren Gigabyte ist in Sekunden fertig.
Welche Testvideos verwendet werden und wie Sie sich davon überzeugen, dass der Tab beim Arbeiten nichts hochlädt, erklärt die Methodik-Seite.
Häufige Fragen
Wird die Qualität meines Videos schlechter?
Nein. Nichts wird entpackt oder neu kodiert. Die komprimierten Bilder und Tonabschnitte bleiben genau so, wie sie waren.
Warum ist das bereinigte Video genauso groß wie das Original?
Unerwünschte Daten werden mit Nullen überschrieben statt herausgeschnitten. So bleiben alle internen Verweise gültig, und auch große Dateien lassen sich ohne Neukodierung bereinigen.
Geht das auch mit einem 10-GB-Video?
Die Datei wird stückweise gelesen, die Größe ist also nicht durch den Arbeitsspeicher begrenzt. Getestet sind Dateien mit 2 GB und 4,5 GB; noch größere sollten genauso funktionieren, brauchen auf langsamen Datenträgern aber länger.
Mein Schnittprogramm zeigt jetzt 00:00:00:00 als Start. Warum?
Die Timecode-Spur wurde zusammen mit den anderen Datenspuren entfernt. Bereinigen Sie Videos nach dem Schnitt, wenn der Timecode für Ihre Arbeit wichtig ist.
Verschwindet der Standort aus einem iPhone-Video?
Ja. Apple speichert ihn in der Metadaten-Box, die entfernt wird. Modell, Softwarestand und Erstellungsdatum, die dort ebenfalls stehen, sind danach auch weg.
Lassen sich die entfernten Daten wiederherstellen?
Aus der bereinigten Datei nicht, denn die Daten sind mit Nullen überschrieben und nicht bloß versteckt. Ihre Originaldatei enthält sie natürlich weiterhin.
Quellen
Geprüft am 11.10.2026.
- ExifTool: QuickTime Tags (englisch): Standort in Keys und User Data.
- Apple Developer: AVMetadataIdentifier (englisch): QuickTime-Standort im Format ISO 6709.
- Android Developers: Zugriff auf Mediendateien im gemeinsamen Speicher (englisch): Standortangaben in Fotos und Videos.
- GoPro GPMF Parser (englisch): Aufbau der Telemetriespur.
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